Testbericht LRP S8 NXR 1:8 Nitrobuggy (+ Chris Hahlen-Interview!)

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Obwohl die Brushless- und LiPo-Technologie in Offroadern im Maßstab 1:8 eine immer größere Rolle spielt und stetig Marktanteile gewinnt, gilt die Klasse 1:8 Nitro-Buggy noch immer als unangefochtene Königsklasse in diesem Bereich. In den bis zu 60 Minuten langen Finalläufen stoßen Mensch und Material an ihre Grenzen, wie es zuletzt bei der IFMAR Worlds 2014 in Italien erneut unter Beweis gestellt worden ist. Auch LRP möchte zukünftig in dieser Klasse ganz oben mitspielen und stellte im Februar 2014 mit dem S8 NXR einen brandneuen Buggy für die Klasse Nitro 1:8 vor. Ob der reinrassige Wettbewerbs-Buggy aus dem Hause LRP wirklich hält, was er verspricht, könnt ihr im folgenden Review nachlesen…!

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Der Baukasten

Hat man das „Quality Seal“ aufgeschnitten, kann man den kompakten Karton auch schon aufklappen und den Inhalt unter Augenschein nehmen. Neben dem Buggy liegen eine unlackierte Polycarbonat-Karosserie, ein fertig aufgebauter Tank, Dämpfer- und Difföl, eine Bauanleitung, mehrere große Aufkleberbögen (3x) und ein großes Extrapack mit verbesserten Bauteilen bei.

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Verehrter Rennfahrer: Mit diesen Worten beginnt der Text auf dem Beiblatt, welches LRP dem S8 NXR neben besagten Extrateilen beigelegt hat. Die neuen Bauteile sollen die Passform, die Haltbarkeit und/oder das Fahrverhalten verbessern und sind ein klares Zeichen dafür, wie ernst es LRP mit seinem Engagement in diesem Bereich ist. Dass ein Hersteller Probleme so offen und ehrlich anspricht, ist in unserem Hobby immer noch die Ausnahme und in jedem Fall mehr als vorbildlich. Daumen hoch dafür von uns…!

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Alle neuen Bauteile für den NXR in der Übersicht. Die Abstützung für das hintere Getriebegehäuse und die Federteller sind passgenauer als die ursprünglichen Teile und müssen nicht modifiziert werden. An den neuen C-Hubs ist rund um die Aufnahme der Schwingen-Stifte deutlich mehr Material vorhanden, durch die die Stabilität in diesem hoch belasteten Bereich verbessert wird. Optional verwendet werden können die Federn für die Vorderachse und die etwas schmaleren Mitnehmer für die Hinterachse. Diese sind wichtig, damit der fertige Buggy gängigen Reglements entspricht und nicht zu breit wird. In den kommenden Chargen dürften diese Bauteile in der regulären Baukasten-Ausstattung enthalten sein.

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Sehr übersichtlich gestaltet sich der Aufbau, da sich jeder Bauabschnitt jeweils komplett in einer fortlaufend nummerierten Tüte befindet. Langes Suchen nach den richtigen Bauteilen und das sonst übliche Chaos beim Aufbau gehören damit der Vergangenheit an. Zu finden ist die richtige Bauteile-Tüte immer oben in der Bauanleitung. Die Anleitung ist in den Sprachen deutsch, englisch, französisch und spanisch gehalten.

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Ein wichtiger und oft unterschätzter Punkt ist nicht nur die Qualität der Schwingen oder des Chassis, sondern auch die der Schrauben. LRP legt dem Baukasten hochfeste Schrauben der Festigkeitsklasse 12.9 mit, mit denen vorzeitig ausgenudelte Schraubenköfe der Vergangenheit angehören sollten. Voraussetzung für ein langes Leben der Schrauben ist natürlich auch die Verwendung von hochwertigem Werkzeug wie z.B. von Hudy, MIP, Kyosho oder EDS.

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Aufbau des LRP S8 NXR

Der erste Bauabschnitt widmet sich dem Aufbau der 4-Spider Differentiale für die Vorder- und Hinterachse. Im Inneren arbeiten Tellerräder aus Metall-Druckguss und außen ein gefrästes Tellerrad aus Stahl, welches auch gleich ein Kugellager und Outdrive aufnimmt. Aber auch das gegenüberliegende Outdrive ist in Metall gelagert, da das mehrteilige Kunststoff-Gehäuse über eine eingepresste Outdrive/Kugellager-Aufnahme aus Metall verfügt.

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Aufgebaut haben wir die Differentiale entgegen der Bauanleitung nach dem Lehm Basis-Setup von Teampilot Chris Hahlen, der in seinem NXR die Kombination 5000 vorne/5000 mitte/3000 hinten verwendet, da unser Buggy seine Testrunden auf einer Rennstrecke mit wenig Griff abspulen sollte.

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Wie die Diffs sind auch die großvolumigen Bigbore-Dämpfer eher klassisch aufgebaut. Unten finden sich zwei rote Dichtungsringe und oben in der Kappe eine transparenter Volumenausgleich aus Silikon. Die Kolbenplatten werden ohne E-Clipse von selbstsichernden Muttern auf den Kolbenstangen gehalten.

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Shockboots aus schwarzem Gummi verhindern das Verdrecken der Kolbenstangen und somit auch der Dichtungen. Eine kleine Nut über der Dichtungskappe hält die Shockboots sicher an ihrem Platz. Da das Gummi recht weich und flexibel ist, stören diese die Funktion der Dämpfer nur minimal.

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Statt CVD-Antriebswellen wie beim Vorgänger S8 BXR kommen am S8 NXR Kreuzgelenk-Kardanwellen zum Einsatz. Ein entscheidender Vorteil soll die höhere Leichtgängigkeit der Wellen unter Last sein. Die Kreuzgelenkwellen arbeiten auch bei Vollgas noch leichtgängig und lassen die Aufhängung somit besser arbeiten. Ein kleiner Nachteil ist dieser Konstruktion sind die nicht austauschbaren Pins in den Kreuzgelenken. Da diese robust ausgeführt sind, fällt dieser Nachteil jedoch nicht so stark ins Gewicht.

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In den CNC-gefrästen Aluminium-Lenkhebeln sitzen die Kugellager nicht direkt, sondern in Kunststoff-Einsätzen. Damit wird ein vorzeitiger Verschleiß der edlen Alu-Teile verhindert, zudem lassen sich Kugellager einfacher entfernen. Sind die Lagersitze einmal ausgeschlagen, kann einfach ein neuer Kunststoff-Ring eingesetzt werden.

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Über zwei verschiedene Kunststoff-Einsätze in den C-Hubs kann der Nachlauf an der Vorderachse eingestellt werden. Möglich sind die Einstellwerte -1°, 0° und +1°. In unserem Buggy haben wir den +1°-Einsatz verwendet.

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Die oberen und unteren Querlenker der NXR-Vorderachse im Überblick. Kam bei den Vorgängern S8 BX Team und BXR Evo noch ein außergewöhnliches Single-Pivot-Ball-Aufhängungssystem an der Vorderachse zum Einsatz, setzt LRP beim NXR ähnlich wie Kyosho, Tekno oder Hot Bodies auf eine klassische Aufhängung mit an langen Querlenkern befestigten C-Hubs.

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Um Gewicht zu sparen, sind die R/L-Spannachsen, die schwarz eloxierten Mitnehmer und die Radmuttern aus Aluminium gefertigt. Kleine blaue Unterlegscheiben und Alu-Muttern an der Befestigung des oberen Querlenkers bringen etwas Kontrast rein.

Pro Tipp: Wie man seine Kugelköpfe auf Dauer leichtgängig macht, wird in einem kleinen Tutorial auf spielzeugautorennfahrer.de genau erklärt…!

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Massenhaft Einstellmöglichkeiten gibt es an den Dämpferbrücken und den unteren Querlenkerhalterungen. Die Dämpfer können an der Brücke in vier und die oberen Querlenker in drei Positionen montiert werden. An den unteren Querlenkerträgern bieten passgenaue Kunststoff-Einsätze mehrere Setup-Möglichkeiten.

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Eine massive und kompakte Einheit ergibt die recht kleine Brücke mit dem Getriebegehäuse. Durch die sechseckige Form der Dämpferhalter und einer Aussparung in der Brücke können sich diese beim Festschrauben nicht verdrehen. Die Dämpfer selbst sitzen oben auf separaten Hülsen, um ein Verklemmen im staubigen Offroad-Betrieb zu verhindern.

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Die kleinen rechteckigen „Nasen“ unten an beiden Alu-Querlenkerträgern passen später genau in die Ausfräsungen im Chassis und geben zusätzliche Stabilität.

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Kleine Gummikappen schützen die Gelenke an den Ausgängen der Getriebegehäuse vor Schmutz. Gibt man ein wenig Fett oder einen Tropfen Öl auf die Innenseite der Gummikappen, ist die Montage ein Kinderspiel.

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Auch an den Radträgern an der Hinterachse finden sich Einsätze für die Kugellager und die Querlenker-Pins. Hinten sind an dieser Stelle allerdings keine Einstellmöglichkeiten gegeben, die Vorspur wird ausschließlich innen an den Querlenkerträgern justiert. Die oberen Querlenker kann man in vier Positionen montieren.

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Von der Dämpferbrücke und dem Karosseriehalter einmal abgesehen, ist das Getriebegehäuse der Hinterachse identisch mit dem der Vorderachse aufgebaut.

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An der hinteren Dämpferbrücke gibt es sechs Montagepunkte für die oberen Querlenker und fünf für die Dämpfer. Damit ist ein mehr als ausreichend großes Fenster für Setup-Experimente vorhanden.

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Sind die großen Schmutzschilde an den hinteren Querlenkern und die Abstüztung montiert, sind die beiden Achsen soweit fertiggestellt und können au die Chassisplatte geschraubt werden.

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Typisch für 1:8-Buggies besteht auch der einteilige NRX-Flügel aus einem zäh-flexiblen Kunststoff mit Aussparungen und zusätzlichen kleinen „Winglets“ in der Mitte. Je nach gewünschtem Anpressdruck an der Hinterachse kann der Flügel in verschiedenen Winkeln angestellt werden.

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Klassisch aufgebaut ist die Lenkeinheit mit einem integriertem Servosaver in „V“-Form. Vier Kugellager sorgen für eine präzise und leichtgängige Funktion der Lenkung. Der Ackermann-Winkel kann in drei Stufen/Positionen justiert werden. Wie auch an den oberen Querlenkern kommen hier wieder einstellbare Alu-Gewindestangen zum Einsatz.

Recht schmal fällt das sehr sauber verarbeitete und beschichtete Chassis des S8 NXR aus. Aussparungen sind für das Hauptzahnrad, das Schwungrad, den Tank, die Motorschrauben und die Querlenkerträger in die dicke Aluplatte gefräst. Die kleinen „Flügel“ an den beiden Chassis-Enden sind für die Ausfederwegsbegrenzer in den Querlenkern.

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An das Chassisplatte werden fertig ausgeschnittene Seitenteile aus schwarz lackiertem Lexan montiert, die das Innenleben vor Dreck schützen. Vor dem Einbau sollte man die teils scharfkantigen Ecken mit einem Dremel, Schleifpapier oder einer Feile leicht abrunden.

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Der Motorhalter sitzt nicht direkt, sondern auf zwei separaten Halteplatten aus Aluminium mit Langlöchern zur Einstellung des Zahnrad-Spiels. Ein großer Vorteil dieser Konstruktion ist, dass das Chassis an dieser hoch beanspruchten Stelle entlastet wird und keine Schwachstelle durch ausgefräste Langlöcher auf der Chassisplatte entstehen. Im Schadensfall lässt sich die Halterung zudem sehr einfach und schnell austauschen.

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Sind die beiden Achsen auf die Chassisplatte geschraubt, schaut der Buggy schon halbwegs fertig aus. Etwas Bastelarbeit steht einem zu diesem Zeitpunkt jedoch noch bevor. So muss noch das Mitteldiff, der Antrieb, die Elektronik und die Karosserie fertiggestellt werden, bevor es auf die Strecke gehen kann. LRP setzt zur Abstützung der Vorderachse eine kurze Aluminium- und an der Hinterachse eine lange Kunststoff-Stütze ein, die beide mit jeweils zwei Schrauben an der Chassisplatte fixiert werden.

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Mit GFK-Bremsscheiben und dicken Stahl-Belägen ist die Doppelscheibenbremse ausgerüstet. Die extrem leichten und schwimmend gelagerten Bremsscheiben sind direkt an die Form der Mitteldiff-Outdrives angepasst und brauchen nicht gesondert fixiert zu werden. Beide Lagerblöcke werden von einer leichten Kohlefaser-Brücke zusammengehalten,  in der auch die Anlenkhebel für die Bremse gelagert sind.

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The Next Power Generation: LRP packte uns zum Test-NXR einen Motor und ein Resorohr aus dem hauseigenen Angebot mit ein. Natürlich gab es nix von der Stange sondern den Highend-Motor LRP ZZ.21C Ceramic Spec.2 und ein Screamer 93-Resorohr. Wie leistungsfähig diese Kombination ist, zeigte Martin Bayer Ende August mit seinem Titelgewinn bei der Deutschen Meisterschaft 2014 in der Klasse 1:8 Nitro-Buggy (OR8).

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Die Kurbelwelle des Motors mit Diamond-Like-Carbon Beschichtung sorgt für minimalen Verschleiß und geringsten Reibungswiderstand. Ihre Feinwuchtung erfolgt durch den eingepressten Wolfram- und zusätzlichem Silikoneinsatz. Ein weiteres interessantes Detail sind die nach oben geneigten Lamellen des Kühlkörpers, welche die Hitzeableitung verbessern sollen.

Technische Daten des Triebwerks:

  • Drehzahl: 40300 U/min
  • Hubraum: .21 (3,49ccm)
  • Leistung: 2,97 PS
  • Kanäle: 3+1

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Gleich drei Venturi-Einsätze aus blau eloxiertem Aluminium liegen dem Motor bei. Standardmäßig ist der 6mm-Einsatz montiert, optional kann man auch auf einen mit 6,5 oder 7mm Öffnung zurückgreifen. Mit den verschiedenen Einsätzen wird das Kraftstoff/Luft-Gemisch beeinflusst, was zum Feintuning an verschiedene Streckenlayouts genutzt werden kann. 7mm bringt die meiste Leistung, 6mm spart am meisten Sprit.

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Schiefer Turm von Schorndorf…? Beinahe könnte man den schräg gefrästen Motorhalter für ein fehlerhaft produziertes Bauteil halten, aber tatsächlich ist das so gewollt und ein besonderes Feature des NRX. Durch die Schieflage wandert der Schwerpunkt des Motors weiter in die Mitte des Buggies, was sich auf der Rennstrecke in einem besseren Handling in schnell gefahrenen Schikanen auswirken soll. Da es sich beim Motor in Verbrenner-Buggies stets um das schwerste zusammenhängende Bauteil auf dem Chassis handelt, dürfte sich diese Theorie durchaus auch in der Praxis bemerkbar machen.

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Aus Aluminium bestehen die drei Kupplungsbacken und die Schwungscheibe. Die Kupplungsglocke selbst besteht aus verschleißfestem Stahl und wird mit einer 3mm-Schraube an der Kurbelwelle befestigt.

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Das spiegelblanke und hartverchromte 3-Kammer-Resorohr ist eigentlich fast zu schade für harte Offroad-Schlachten, man möchte es beinahe nur mit Samthandschuhen anfassen, um Fingerabdrücke auf der Oberfläche zu vermeiden. Laut LRP sorgt das IFMAR-, EFRA-, ROAR-, DMC- und BRCA-legale Screamer 93 im unteren Drehzahlbereich für eine feinfühlige Gaskurve und eine ruhige und lineare Leistungsentfaltung bis in das hohe Drehzahlband. Der Spritverbrauch des Motors soll sich dadurch reduzieren lassen.

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Und weil’s so schön ist, hier noch ein Foto vom Motor mit montiertem Luftfilter und Resorohr kurz vor dem Einbau in den Buggy.

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Ist der Motor und der Tank eingebaut, fehlt nur noch die Elektronik, bestehend aus zwei Servos, einem Empfänger und einem Empfänger-Akkupack.

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Auch bei der Elektronik-Ausstattung spendierten wir dem Buggy nur Top-Material. Als Gas/Bremsservo gab es das Sanwa ERS-951 und auf der Lenkung das Sanwa ERS-962. Das extrem schnelle (0.06s/40°) 951er ist mit einer Stellkraft von 11 kg/cm (an 6V) optimal als Gas/Bremsservo geeignet, während das 962er zwar etwas langsamer ist, dafür aber mit einer Stellkraft von 25,3kg/cm (an 7,4V) deutlich mehr bewegen kann.

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Als Empfängerakku verwendeten wir einen 2.000 Milliamperestunden fassenden LiFE-Akkupack mit einer Nennspannung von 6,6 Volt. Ein sehr langes Anschlußkabel macht es möglich, den Akku an verschiedenen Positionen im Chassis zu montieren, um den Schwerpunkt zu verändern.

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Problemlos passt der LRP-Akkupack in die RC-Box, lediglich unseren großen Sanwa RX-371W-Empfänger mussten wir schräg einbauen, um diesen in der „Empfänger-Abteilung“ unterzubringen. Da für den Akkupack eigentlich der Platz weiter vorne neben dem Lenkservo vorgesehen ist, haben wir den Empänger einfach dick eingepackt und in das danebenliegende Akkufach verfrachtet.

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Und so kann der Akkupack ebenfalls im Chassis montiert werden. Die Kohlefaser-Halterung für den Akkupack bietet auch die Möglichkeit, einen Transponder sicher zu befestigen.

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Nach dem Einbau und Feineinstellung der gesamten Elektronik muss nur noch die Karosserie lackiert werden. Ach ja, auch Räder braucht das Auto. Diese liefert LRP nicht mit, da ohnehin jeder Wettbewerbsfahrer gerne seine „eigenen“ Schlappen verwenden möchte und Baukastenräder oftmals nur ungenutzt rumliegen.

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Blue is better: Da wir den Buggy schnell fertig bekommen mussten, um die letzten regenfreien Tage dieser Saison zu nutzen, haben wir der Karosserie keine aufwändige Airbrush-Lackierung, sondern eine schlichte Einfarb-Lackierung aus der Sprühdose spendiert. Damit das Metallicblau besser zur Geltung kam, gab es von innen noch eine Schicht mattschwarz.

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Technische Daten des Buggies:

  • Gewicht: ca. 3300g (fahrfertig)
  • Länge: 500mm
  • Höhe: 180mm
  • Radstand: 322-327mm
  • Breite: 302-305mm

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Die Öffnung zum Tank haben wir etwas weiter als vorgesehen ausgeschnitten, um genügend Platz für den Tankverschluss und die Tankpistole zu haben.

Alle Features des S8 NXR im Überblick:

  • Speziell angewinkelter Motorhalter für perfekte Gewichtsbalance
  • Doppelscheibenbremsen aus Glasfaser
  • Revolution, statt Evolution. Komplett neues Design gegenüber dem S8 BXR evo
  • Hart eloxierte 7075 T6 Aluminium Lenkhebel, C-Hubs und Radträger hinten
  • Hart eloxierte 7075 T6 Aluminium Schwingenhalter vorne und hinten mit Einsätzen zur Einstellung der Querlenker-Geometrie
  • Hart eloxierte 7075 T6 Aluminium Dämpferbrücken vorne und hinten
  • Hart eloxiertes 7075 T6 3mm Aluminium Leichtgewichts-Chassis
  • Hart eloxierte 7075 T6 Aluminium R/L-Gewindestangen
  • 125ccm Kraftstofftank mit Restmengenskala und integrierter Tankdeckel-Lasche
  • Komplette Kohlefaser Ausstattung (Radioplatte, Mitteldifferential-Platte und obere Lenkungsplatte)
  • Radioplatte mit auswählbarer Empfänger-Akku-Position und Halterung für den Personal-Transponder
  • Einteiliger hart eloxierter 7075 T6 Aluminium Motorhalter
  • Hart eloxierte Big Bore Aluminium Gewinde-Dämpfer mit Teflon-Kolbenplatten
  • Perfect-flex Chassis-Streben vorne und hinten für maximale Traktion
  • Stylische und auf Handling optimierte Cab-Forward Karosserie
  • Mud-Guards an der Hinterachse
  • Stabilisatoren vorne und hinten
  • Großvolumiges Mitteldifferential
  • Spritfilter
  • Light-weight Differentialausgänge

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Und fertig ist der Buggy! Jetzt müssen nur noch der Empfängerakku geladen und Sprit eingefüllt werden, um zur Einlaufprozedur des Motors überzugehen. Aber halt, bevor es zum Praxistest geht, gibt’s noch ein kurzes, aber lesenswertes …

… Interview mit LRP-Teamfahrer Chris Hahlen

LRP-TeamDriver_CristianHahlen

RC-News.de: Hi Chris, du setzt den S8 NXR bereits seit einer Weile erfolgreich als Teampilot auf Rennen ein. Wie ist dein persönlicher Eindruck vom NXR in Bezug auf das Fahrverhalten und der allgemeinen Haltbarkeit?

Chris: Das Fahrverhalten ist einfach zu erklären: Viel Lenkung bei einem insgesamt sehr stabilen Handling. Das Auto ist einfach zu fahren und reagiert gut auf Setup-Einstellungen. Mit meinen beiden Standard Setups für Lehm & Kunstrasen (hier zu finden) habe ich für alle Streckenverhältnisse eine super Basis. Die Haltbarkeit des NXR ist top! Wir hatten lediglich bei den Vorserien-Fahrzeugen Probleme mit den C-Hubs. Das hat LRP aber noch vor Auslieferung gelöst. In den Baukästen sind daher die neuen Update C-Hubs dabei.

RC-News.de: Dein bester Tipp für den S8 NXR, der sich schnell und einfach von jedem umsetzen lässt?

Chris: Da habe ich direkt zwei Tipps:

  1. Ich empfehle als Tuning den Luftfilter sowie die Kupplung von LRP VTEC.
  2. Klebt die Madenschrauben an den Mittelkardans unbedingt mit hochfester Schraubensicherung ein. So stellt ihr sicher, dass diese hochbeanspruchten Teile auch bei langen Turns wie z.B. einem Finale halten.

RC-News.de: Mit welchen Elektronik- und Antriebskomponenten hast du deinen Buggy ausgestattet?

Chris: Bei meinem Buggy setze ich komplett auf LRP:

  • Motor: RP ZZ.21C Ceramic Spec.2
  • Reso: LRP Screamer-93
  • Servos: Sanwa SRG-CZ
  • Empfänger: Sanwa RX-451
  • Empfänger Akku: LRP VTEC LiFePo 2000 6.6V

RC-News.de: Verwendest du außer dem JConcepts-Heckflügel und der JConcepts-Karosserie noch weitere „Fremdteile“ an deinem Buggy?

Chris: Ich verwende momentan Dämpferfedern von Kyosho.

RC-News.de: Auch in der Klasse 1:8 Elektro fährst du den NXR, obwohl gar keine offizielle Version mit Elektro/Brushless-Antrieb existiert. Kannst du ein paar Worte zum Umbau verlieren und welche Ausstattung du in dieser Klasse einsetzt?

Chris: Der NXR lässt sich mit wenigen Teilen vom RTR Bruder „S8 Rebel BXe“ zum Elo umbauen. Man benötigt hier folgende Komponenten:

  • 133187 Chassisstreben vorne u hinten Plastik Rebel Bxe
  • 133189 MitteldifferentialHalter Rebel Bxe
  • 133190 Empfängerbox + Servohalter Rebel BXe
  • 133191 Akkufach Plastikteile Rebel Bxe
  • 133192 Aluminium Motorhalter (blau) Rebel Bxe
  • 133193 MitteldifferentialAbdeckung Rebel Bxe
  • 133194 Chassis Steinschlagschutz (Plastik) Rebel Bxe
  • 133195 Chassis Platte Rebel Bxe

An dem Hingpin-Halter an der Vorderachse hinten, muss man die „Nase“ mit einem Dremel o.ä. entfernen, weil in dem Elektrochassis die entsprechende Aussparung fehlt. Alternativ kann man auch die Halterung vom Rebel (133506) verwenden.

RC-News.de: Weißt du schon mehr darüber, ob es in Zukunft auch einen 1:8 Elektro-Buggy auf Basis des NXR geben soll?

Chris: Dazu habe ich aktuell keine Informationen.

RC-News.de: Zum Abschluss noch die für viele Leser interessanteste Frage: Wie bist du so schnell geworden? Was ist dein persönliches Geheimnis für schnelle Rundenzeiten und gute Platzierungen?

Chris: Hm, ich denke perfekte Vorbereitung, ein wenig Talent und das Fahrzeug aus dem Effeff zu kennen sind Grundvoraussetzungen. So kann ich mein Auto immer wieder auf die verschiedenen Streckenbedingungen abstimmen. Meinen Buggy baue ich auch vor jedem Rennen komplett neu auf. Ich habe aber auch gemerkt, dass die Teilnahme an Rennen ein besseres Training ist, als allein auf einer Rennstrecke seine Runden zu drehen. Hier lohnt es sich auch immer die schnellen Jungs nach Tipps und Tricks fürs Setup anzuhauen!

Chris hat hat den Aufbau seines Buggies in einem Stop-Motion-Video dokumentiert und gibt an einigen Stellen weitere hilfreiche Tipps. Als Pro-Fahrer verfügt er übrigens über geheime Superkräfte die es ihm ermöglichen, einen NRX in weniger als zwei Minuten komplett zu bauen…! 😉 Die im Video erwähnte Facebook-Seite von Spielzeugautorennfahrer erreicht ihr hier.

Praxistest: S8 NXR im Einsatz

Von Ursus Lieder

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Zum Testen des Fahrverhaltens ging es auf die anspruchsvolle Offroad-Strecke der Stoppelhopser Oberhausen. Die Strecke ist abwechslungsreich und erfordert für gute Rundenzeiten ein optimal abgestimmtes Setup. An dieser Stelle ein großes Danke an Christian Hahlen, er stellte uns sein Grund-Setup für Lehm zur Verfügung. Abweichend vom dem Setup habe ich das Öl und die Federn gewählt. Vorne kommt 450er Öl mit blauen Kyosho Federn, hinten 400er Öl mit den orangen Federn von Kyosho zum Einsatz. Die weiteren Einstellungen wurden 1:1 übernommen.

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Nach überstandener Einlaufprozedur von vier Tanks ging es Ende September bei 20° und Sonnenschein auf die Strecke, die mit den Untergründen Pflasterstein, Lehm, Holz und Rasengitter jeden Buggy vor große Herausforderungen stellt. Einen weiteren Tank wurde der Motor noch recht fett gefahren, nach und nach wurde er dann zugedreht. Der Motor überzeugt dabei mit guter Leistung, bei sparsamen Verbrauch. Schon während der Einlaufphase überzeugte ein konstanter Lauf, die Einstellprozedur geht erfreulich einfach von der Hand und bedarf keines Profis.

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Das Setup des Buggy funktioniert sehr gut, der SNXR8 verfügt über viel Lenkung, das Fahrverhalten ist alles in allem recht agil, jedoch ohne zu nervös zu wirken. Aufgrund der teils gut ausgefahrenen Strecke wurde ein voller Ausfederweg gefahren, der LRP bügelte die Löcher gut weg und zeigte auch in diesem Part Souveränität. Das Sprungverhalten, sowie das Bremsverhalten der gelochten Epoxy-Scheiben überzeugten ebenfalls auf ganzer Linie. Der Praxistest wurde nach dem dritten Tank zwangsweise beendet, Ursache war ein hinterer, rechter Achsstift des unteren Querlenkers, dieser brach und wies scheinbar einen Materialfehler auf.

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Der Wermutstropfen eines Defektes in der Testphase lässt sich nicht leugnen, wer jedoch die Firma LRP kennt weiß, dass ein eventueller Materialfehler dort schnell aus der Welt geschafft wird. Das positive, nämlich das Fahrverhalten und der Fahrspaß, überwiegen bei diesem Buggy, der wohltuend die Rennszene bereichert und als ernster Konkurrent demnächst die Podiumsplätze mit besetzen wird.

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Fazit

LRP hat mir der Zurückbesinnung auf einen „klassischen“ Chassisaufbau und der Abkehr von Experimenten eindeutig den richtigen Weg eingeschlagen. Auch optisch präsentiert sich der NXR deutlich unauffälliger und reduzierter als noch die Vorgängerversionen BX Team und BXR Evo. Statt großflächig blau eloxierter Bauteile setzt der Hersteller nun auf kleine farbliche Akzente, die in Kombination mit den zahlreichen Kohlefaser-Bauteilen ein optisch gelungenes Gesamtbild ergeben. Die Auswahl der Materialien und die Passform aller Bauteile an der neuen Rennmaschine von LRP sind top und können sich durchaus mit der etablierten Konkurrenz messen. Lediglich ein gebrochener Schwingenstift beim Test auf der Rennstrecke trübt ein wenig das Bild eines ansonsten sehr robust aufgebauten Buggies. Da LRP bereits bewiesen hat, dass man Probleme nicht einfach nur aussitzt, sondern sich aktiv damit auseinandersetzt und versucht diese abzustellen, dürfte auch in diesem Punkt in Kürze mit einem Update zu rechnen sein.

Links & Downloads

Links

Anleitung

Setups

Fotogalerie LRP S8 NXR

Kontakt/Bezugsquelle: LRP Electronic GmbH, Hanfwiesenstraße 15, 73614 Schorndorf



1 Kommentar

  1. Sehr schöner Bericht 😀
    Die erste 1:8er Cap Forward Karosse die mir gefällt 😀

    MfG Phillip