Testbericht GoPro RC Hero Cam
Ich glaube so ziemlich jeder, der ein RC Car besitzt, hat schon mal eine Videokamera aufs RC Car geschnallt, um damit Onboard-Aufnahmen zu machen…oder zumindest mit dem Gedanken gespielt. Leider lassen sich herkömmliche Kameras meist nur umständlich am RC Car befestigen und durch das zusätzliche Gewicht kippen kleinere Autos gerne mal in zu schnell gefahrenen Kurven um. Obendrein kommt noch die Belastung durch Erschütterungen beim Fahren hinzu und nicht zu vergessen der ganze Staub und Dreck, der jede Kamera in kürzester Zeit killt.
Also muss etwas unempfindlicheres her. Wasserdichte Kameras aus dem Extremsport- und Outdoor-Bereich, die für den Einsatz im RC Car, Helikopter, Schiff oder Flugzeug prinzipiell geeignet wären, gibt es zwar zuhauf. Dort werden dann meist nur Befestigungen für Helme, Fahrradlenker etc. mitgeliefert. Also auch wieder ein Satz mit X…? Nicht ganz, denn mit der RC Hero Cam bietet der Hersteller „GoPro“ eine Kamera an, die auf die Nutzung in RC-Modellen abgestimmt ist. Klein, leicht, wasserdicht, unempfindlich gegen Erschütterungen und mit selbstklebenden Befestigungen ausgestattet, soll die RC Hero die Ideale Onboard-Kamera für den RC-Bereich sein.
Ein erster Blick: So präsentiert sich die GoPro RC Hero direkt nach dem Auspacken. Die Kamera ist in ein wasser- und stoßfestes Gehäuse eingebaut, welches gerade einmal etwa 6cm hoch und 6,5cm breit ist (Die Befestigungslasche unten nicht mitgerechnet). Durch das transparente Gehäuse lässt sich das Display und der Sucher auch im “eingepackten” Zustand nutzen. Etwas ärgerlich ist die Tatsache, dass der schwarze Ring am Gehäuse den Sucher ein wenig verdeckt. Die zwei Kamera-Buttons kann man durch abgedichtete Knöpfe im Gehäuse bedienen. Das Gesamtgewicht mit Akkus und einer kurzen Halterung beträgt nur 170 Gramm.
Und hier sieht man die Kamera einmal ohne ihr schützendes Gehäuse. Das LC-Display ist praktischerweise auf dem Kopf eingebaut. So braucht man die Kamera im eingebauten Zustand nur nach hinten zu klappen, um Einstellungen vorzunehmen. Mit dem Button über dem Display lässt sich die Kamera einschalten und durch die verschiedenen Kameramodi schalten, mit einem zweiten Knopf an der Oberseite wird die Kamera ausgelöst. Das Menü ist einfach und übersichtlich gehalten und nach einem Blick in die Bedienungsanleitung schnell zu verstehen.
Aufnehmen kann die RC Hero Videos mit einer Auflösung von 512×384 Pixeln oder 5 Megapixel-Fotos (2592×1944 Pixel). Die Fotos können entweder manuell, automatisch alle 2 oder 5 Sekunden, in Reihe (3 Fotos) oder mit Selbstauslöser geschossen werden. Zwei rote Leuchtdioden, die im Sucher und auf der Frontseite eingebaut sind, zeigen ob gerade aufgenommen wird. So lässt sich jederzeit erkennen, ob die Kamera gerade im Aufnahmemodus ist ist oder nicht. Die Anzahl der aufgenommenen Foto- oder Videoaufnahmen kann man jederzeit auf dem Display kontrollieren. Bei Bedarf lassen sich die Aufnahmen, entweder einzeln oder alle zusammen, im Menü auch wieder löschen.
An Zubehör werden sechs selbstklebende Grundplatten (3 mit geradem Boden, 3 mit gewölbtem), 2 kurze und eine lange Klick-Halterung, ein langes Doppelgelenk und ein Video-/USB-Kabel mitgeliefert. Mit dem USB-Kabel lassen sich die Daten von der Speicherkarte ziehen, wie man es von herkömmlichen Digicams gewohnt ist. Alternativ können Videos und Bilder auch über ein S-Video-Kabel direkt von der Kamera auf dem Fernseher ausgeben werden. So spart man sich den Umweg über den PC, falls man nur mal einen schnellen Blick auf die Aufnahmen werfen möchte.
Die Kamera wird mit zwei AAA-Lithium-Batterien oder NiMH-Akkus betrieben. Empfehlenswert sind die sofort einsatzbereiten Eneloop-Akkus von Sanyo oder die Recyko von GP. Mit einer Akkuladung kann man ca. zwei Stunden Video bzw. 1400 Fotos auf die SD-Speicherkarten bannen.
Aber nun zum spannenden Teil, nämlich dem Praxistest. Bevor es losgeht, müssen noch die Batterien in das Batteriefach gelegt und eine der mitgelieferten Befestigungsplatten auf die Karosserie oder das Chassis geklebt werden. Die 3M VHB-Klebepads haften bombenfest auf allen glatten Oberflächen wie Karosserien und Chassisplatten, so lange diese fett- und staubfrei sind.
Im Beispiel oben ist die Kamera auf die Akkuhalterung des Mad Rat geklebt und mit einem extra Kabelbinder gesichert worden. Diese Art der Befestigung ist eher suboptimal, denn es ist besonders beim Offroad-Einsatz wichtig, eine feste Befestigungsmöglichkeit zu finden, die nicht nachgibt. Ansonsten sind die Aufnahmen schnell mal verwackelt und somit im Eimer. Besser wäre die Befestigung der Grundplatte z.B. direkt auf dem Chassis.
In diesem Video sieht man einen Zusammenschnitt einiger Szenen, die mit dem oben gezeigten Ansmann-Buggy gefilmt worden sind. Wie man sieht, ist dank des 170º-Weitwinkel-Objektivs (f2.8) der aufgenommene Bildauschnitt extrem groß und man muss sich kaum Gedanken darüber machen, ob die Kamera nun 100%ig perfekt ausgerichtet ist oder nicht — man bekommt praktisch immer genug interessantes Material vor die Linse. Die automatische Einstellung von Belichtung und Weißabgleich funktioniert übrigens prima.
Der Ton sollte beim Einsatz im RC-Car immer auf “LO” gestellt sein, da in der “HI”-Einstellung die Windgeräusche die Aufnahme verzerren können.
Natürlich lässt sich die Kamera auch anderweitig einsetzen, wie hier bei einem kleinen Ausritt mit dem Mountainbike. Es gibt verschiedene Halterungen z.B. für Fahrrad- und Motorradlenker, Surfbretter oder 1:1-Autos nachzukaufen, die mit dem Gehäuse der RC Hero kompatibel sind.
Fazit
Mit der RC Hero zu Filmen macht wirklich viel Spaß, da man sich keine Gedanken mehr über die Aufnahmebedingungen machen muss. Ganz gleich, ob man durch den Schnee pflügt oder im Matsch fährt, durch das wasserdichte Gehäuse kommt garantiert nichts an die Kameraelektronik. Die Bedienung ist ebenso einfach wie intuitiv, mit wenigen Klicks kann man durch das übersichtliche Menü manövrieren und schnell den gewünschten Modus einstellen.
Ich möchte meine RC Hero gar nicht mehr aus der Hand geben, denn ständig kommen neue Ideen, wo man die Kamera sonst noch befestigen könnte: Ans 1:1-Auto bei einer Autobahnfahrt, ans Rennrad oder einfach mal die Fernsteuerung und und und…
Trotz der überwiegend positiven Erfahrungen sind mir dennoch einige Punkte negativ aufgefallen: Als erstes die mäßige Soundqualität bei den Videoaufnahmen (8kHz, mono), allerdings muss man hier fairerweise sagen, dass die Konkurrenzprodukte in diesem Punkt auch nicht mehr bieten. Zum anderen hätte man noch eine gelochte Grundplatte mitliefern sollen, die sich mit Schrauben oder Kabelbindern befestigen lässt. Oft bin ich an den Punkt gekommen, wo die Klebepads sich nicht richtig montieren ließen, da dafür einfach kein Platz war oder der Untergrund zu zerklüftet war.
Erhältlich sind die Kameras sowie passendes Zubehör beim GoPro-Europavertrieb X-Treme Video. Für Serviceanfragen per E-Mail wendet euch bitte an philipp@x-tremevideo.com.
Lieferumfang
- 5 Megapixel HERO Wide Kamera mit 170º Weitwinkel-Linse
- 1 Stoß- & Wasserdichtes Quick-Release Gehäuse
- 1 Schwenkarm zur seitlichen Befestigung
- 3 Montageplatten ebene Untergründe
- 3 Montageplatten für gewölbte Untergründe
- 1 flache Montageplatte in „J-Form“
- 1 flache Schnellverschluss-Basisplatte
- 1 Flügelschraube
- 1 USB/RCA Kabel
Technische Daten
- Fotoauflösung: 5 Megapixel (2592×1944)
- Videoauflösung: 512×384 Pixel
- Sensor: CMOS
- Video: MJPEG, 30 Bilder pro Sekunde
- Objektiv: Glas f2.8, 170º Weitwinkel
- Modus: Video, Standard Foto, Foto alle 2 oder 5 Sekunden, 3 Fotos (Reihenaufnahme), Selbstauslöser, Upside Down Foto/Video
- Selbstauslöser: nach 10 Sekunden
- Audio Format: 8kHz, mono
- Speicher: Die Kamera funktioniert mit 2, 4, 8 und 16 GBÂ SD-Speicherkarten (nicht inklusive).
- Maximale Cliplänge: 56 Minuten/2GB (Damit die Kamera auch 4GB-Clips aufnehmen kann, lässt sich auf der GoPro Webseite demnächst eine kostenlose Software herunterladen)
- Kompatible Betriebssysteme: Windows ME, 2000, XP und Vista; Mac OS X 10.2 und höher
- Wasserdicht bis 30 Meter
- Abmessungen: 4,45cm x 5,84cm x 3,18cm
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Kommentare
6 Kommentare zu “Testbericht GoPro RC Hero Cam”
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Also das ist alles andere als der aktuelle Stand der dinge und das hätte im Bericht ruhig mal angesprochen werden können.
Ebenso wenig nimmt es in einem genormten format auf. Also bei 199 Dollar würde ich schon etwas mehr erwarten als eine kamera die schlechtere Aufnahmen macht als meine 5 Jahre alte digicam.
Dann doch eher die HD version für 150 dollar mehr dann können die tft besitzer sich das nämlich auch ohne Pixel zählen zu können ansehen.
Auch wenn es sich hier um keine Filmkamera handelt sollten aktuelle kameras zumindest 720p
beherrschen.
ps. für den preis bekommt man mittlerweile schon MiniDV(HD) Kameras vllt. ist die alternative sich dafür eine geeignete Konstruktiontion zu Bauen doch die bessere ?
Gruß Ben
Hallo Ben!
Was meinst du genau damit, dass der Bericht nicht Stand der Dinge ist? Die HD-Version gab’s zu dem Zeitpunkt noch nicht und die getestete SD-Version ist doch auch immer noch erhältlich.
Das deine alte Digicam bessere Aufnahmen macht, mag ja sein. Nur ist die wahrscheinlich auch doppelt so groß, doppelt so schwer und weder wasser- und stoßfest. Da vergleichst du jetzt Äpfel mit Birnen…
Für HD-Aufnahmen gibt es wie gesagt auch eine HD-Version der GoPro, da hat man sicher mehr Spaß mit, als mit einer MiniDV-Cam. Ich hatte vor langer Zeit auch mal mit einer MiniDV-Kamera auf einem RC-Car gefilmt, da gab es bei Erschütterungen ständig Bildaussetzer. Also nicht so zu empfehlen…
Gruß,
Stephan
Hallo Stephan!
Ja Stand der Dinge ist bei Kameras eben HD und die kamera erfüllt zudem weder den NTSC noch den PAL standard.Von der Größe her ist übrigens meine alte digicam in etwa gleich groß.
Das mit der miniDv kann gut sein das ist wohl der nachteil von Analogen Aufnahmen.
Allerdings gibt es ja inzwischen sehr kleine Kamera´s die komplettt digital aufzeichnen und HD beherrschen wie z.B.
http://www.alternate.de/html/product/Videokameras/Samsung/HMX-U10SP/362664/?tn=HARDWARE&l1=Video&l2=Videokameras&l3=Kameras
Und Preislich liegen die in etwa gleich.
eine entsprechhende Befesttigung bzw. Wasserschutz sollte für Modellbauer kein Problem darstellen selbst zu bauen.
Ich will dich damit in keinerweise angreifen mich hat lediglich der fehlende Vergleich zu anderen Kameras und das zu wenig auf die technischen details eingegangen wurde gestört.
Gruß Ben
Ich muss hier Stephan recht geben. Der Testbericht ist ja kein Vergleichstest. Man kann ja überhaupt froh sein, solche Infos zu bekommen. Die Zielgruppe für die Kamera sind ja nicht unbedingt die Modellbauer. Daher finde ich es Klasse, das es hier getestet wurde.
Das normale DV-Kameras oftmals extrem ungeeignet sind, weil sie bei den G-Kräften keine vernünftige Aufnahme hin bekommen, ist ja auch bekannt.
Klar bekommt man für das selbe Geld eine deutlich besser ausgestattet echte (HD-)Kamera, aber die würde ich mir nie aufs Auto, Fahrrad oder Helm schnallen. So gut könnte ich nie modellbauen, das ich keine Angst hab, das sie kaputt geht. Das Problem hätte ich mit der GoPro nicht.
Gruß,
Ede
Hallo Ben,
natürlich könnte man sich eine entsprechende Halterung und einen Staub/Wasserschutz für eine normale HD-Kamera bauen. Nur wäre man dann wahrscheinlich von den Abmessungen und dem Gewicht über dem einer speziell angepassten Actionsport-Cam, die das alles schon von vornherein mitbringt. Bei einem großen 1:5-Fahrzeug ist das Gewicht und die Größe vielleicht nicht das Thema, aber möchte man ein 1:10-Auto als Kamerafahrzeug einsetzen, wird es schon knapp.
Bisher gibt es unter den bezahlbaren Sportkameras leider auch noch recht wenige mit HD-Aufnahmefunktion. GoPro und VholdR mit der ContourHD sind, soweit ich weiß, bisher die einzigen, die so etwas anbieten. Die etwas günstigeren Kameras von Somikon (Pearl) und Oregon Scientific nehmen bisher auch nur in PAL auf (640×480).
Die 512×384-Auflösung der GoPro hat mich bisher nicht gestört. Auf neueren HD-Monitoren sind die schwarzen Ränder natürlich nicht so toll, aber damit kann ich leben.
Gruß,
Stephan
Man sollte es auch mit der Technik nicht übertreiben. Das Video zeigt man ja nur hier und da nen paar Freunden oder so und will ja keinen Fernsehpreis damit gewinnen.
Was ich gut fand ist mal zu sehen wie der Servo und die ganze Vorderachse arbeiten bzw. zu arbeiten haben. Das bekommt man ja so von weitem gar nicht mit.
Für mich ist das eher nen netter Spass, nicht mehr und nicht weniger.