Testbericht Axial AX10 Scorpion Rock Crawler



Die Tage werden so langsam wieder kürzer, dunkler und kälter. Also der ideale Zeitpunkt für jeden RC-Piloten, sich nach einem Winterprojekt umzuschauen. Mir fiel die Wahl meines Winterprojekts recht einfach, da ich bereits seit längerem mit dem Kauf eines Rock-Crawlers liebäugle. Nur welcher sollte es werden? In den letzten Monaten sind eine ganze Reihe neuer Crawler-Modelle auf den Markt gekommen. Das machte mir die Wahl nicht gerade einfacher.

Nach langem Vergleichen der einzelnen Modelle entschied ich mich dann für den AX10 Scorpion von Axial in der Baukasten-Version. Bei diesem Crawler überzeugte mich vor allem das Preis/Leistungsverhältnis, die gefällige Optik, die vielen erhältlichen Tuningteile und die große Anzahl von AX10-Piloten, auf deren Erfahrung man zurückgreifen kann.

Der Baukasten



Der noch verpackte Baukasten, die Spannung steigt…!

Nach dem Öffnen des nett aufgemachten Kartons erblickt man zuerst die unlackierte Lexankarosserie, darunter liegen die einzelnen Kunststoffbeutel mit allen Bauteilen. Auffällig ist gleich der intensive Geruch der Reifen. Eigentlich mag ich ja den Geruch von neuen Gummireifen. Die „Rock Lizards“ riechen allerdings eher so, als hätten sie in altem Motorenöl gelegen. 😉 Nach dem Lüften und Reinigen der Reifen legt sich die Duftmarke zum Glück ein wenig.

Bild links: An Zubehör liegt dem Baukasten noch ein stabiles Radkreuz, eine Tube Fett (sogar farblich passend in grün!), Schraubensicherungsmittel und ein großes Fläschchen Silikon-Dämpferöl bei. Zum Fertigstellen des Crawlers muss man sich eine 2- oder 3-Kanal Anlage samt Servo, einen elektronischen Fahrtenregler mit Rückwärtsgang und Bremse, einen Elektromotor in 540er-Baugröße sowie einen 7,2 Volt-Akkupack besorgen.

Werkzeug braucht man natürlich auch zum Zusammenbau: und zwar Inbusschlüssel in den Größen 1,5/2,0/2,5 mm, einen großen Kreuzschlitzschraubendreher, ein Bastelmesser, einen Seitenschneider, eine kleine Flachzange, eine Feile sowie eine Lexanschere. (Zur Not geht auch eine Nagelschere)



Der geöffnete Baukasten, der Zusammenbau kann endlich beginnen!

Um Geld zu sparen, habe ich den AX10 mit bereits vorhandenen Teilen aus meiner Ersatzteilkiste aufgebaut. Hier eine Aufstellung der verwendeten Komponenten:

  • Regler: Tamiya TEU-101BK
  • Motor: Mabuchi RS-540
  • Servo: Hobby Electronics HES-1188 BFM mit Metallgetriebe (10kg/cm)
  • Sender/Empfänger: Conrad/Modelcraft 3 Kanal Fernsteuerung Stick 40 MHz FM
  • Akkupack: LRP LiPo mit 1600 mAh

Alles in allem haben die verbauten Bauteile einen Neuwert von nur knapp über 100 Euro. Hier fällt einem einer der größten Vorteile von Rockcrawlern auf: man kann problemlos auf günstiges Material zurückgreifen, ohne die Leistungsfähigkeit des Fahrzeugs merklich einzuschränken.

Zusammenbau & Konstruktion

Während dem Aufbau der Achsen in den ersten Bauabschnitten wird schnell klar, mit wie viel Liebe zum Detail Axial bei der Konstruktion des AX10 dabei war. Selbst die von außen nicht sichtbaren „Difflocker“ sind grün eloxiert und – wie die meisten anderen Alu-Teile – mit einer edlen, gelaserten Beschriftung versehen.

Die aufgebaute Vorderachse mit den Alu-Radmitnehmern

Animation links: Ganz so schnell baut sich der AX10 nicht auf, in der Realität ist man fast einen Tag mit dem Zusammenbau beschäftigt. Besonders die Räder verschlingen einiges an Zeit, bis sie fertig vor einem liegen. (Animation vergrößern – 1,6MB Gif)

Die Reifen werden auf den Felgen nicht wie sonst üblich mit Sekundenkleber festgeklebt, sondern mittels zweier Aluplatten („Beadlocks“) festgeschraubt. So kann man problemlos mit verschiedenen Reifeneinlagen, Reifen und Gewichten experimentieren, ohne jedes mal einen neuen Radsatz kaufen zu müssen.

Verschraubte Ringe halten die Reifen bombenfest auf der Felge

Der Rahmen besteht aus zwei 2,5 mm starken Aluplatten, die über mehrere Alustützen und die untere Chassisplatte miteinander verschraubt werden. So ergibt sich ein simples, stabiles und dennoch leichtes Grundgerüst für den Crawler.

Fast fertig aufgebautes Chassis

Das Getriebe ähnelt im Aufbau dem eines 2WD-Offroaders, nur durch das fehlende Differential ist der Unterschied erkennbar. Dank der feinverzahnten Metall- und Kunststoffzahnräder läuft das Getriebe sehr leichtgängig, leise und nahezu spielfrei. Das alle Achsen im Getriebe kugelgelagert sind, muss ich nicht extra erwähnen.

Das Getriebe beim Zusammenbau – gut sind die Kugellager zu sehen

Wer versucht einen Mabuchi-Motor zu montieren, dem wird schnell auffallen, dass die Motorplatte ein wenig zu eng ist. Möchte man also Standard-Motoren fahren, muss die Motorplatte ein wenig „aufgedremelt“ werden, damit der Motor perfekt passt. Modified-Motoren passen dagegen auch ohne Nacharbeit in die Halterung.

Hier sieht man die bereits bearbeitete Motorplatte

Die Kunststoff-Dämpfer lassen sich schnell und unproblematisch zusammenbauen. Man sollte die Dämpfer allerdings nicht bis zum oberen Ende mit Öl befüllen, da die Dämpferkappen sonst beim kompletten Einfedern durch den entstehenden Druck im schlimmsten Fall aufpoppen können. Durch die Titan-Nitrid beschichteten Dämpferkolben gleiten diese extrem leichtgängig auf- und ab. Für den ganz harten Einsatz bietet Axial übrigens auch Dämpfergehäuse aus Alu an.

Die Dämpfer arbeiten dank TiN-Beschichteter Dämpferkolben sehr leichtgängig

Nach fast einem Tag Arbeit stand der AX10 nun endlich fertig montiert auf der Werkbank:

Alles in allem kann man behaupten, dass der Aufbau des AX10 durch die einzelnen Bauabschnitte insgesamt problemlos ablief. Dank der durchgängig hohen Materialqualität und guten Passform der Bauteile macht es einfach nur Spaß, den AX10 zusammenzubauen. Man sollte bei aller Euphorie nicht vergessen, sich genau an die Bauanleitung zu halten. Ich habe z.B. aus Unachtsamkeit an die Dämpfer zu kurze Kugelkopfpfannen montiert. Diese liegen dem Baukasten in verschiedenen Länden und Ausführungen bei. Also besser zwei mal hinschauen als sich hinterher zu ärgern und alles wieder auseinander bauen zu müssen!

Praxistest

Die ersten Höhenmeter legte der frisch fertig gestellte Truck auf einem selbstgebauten Trial-Kurs aus alten Pappkartons zurück. Dazu wurden einfach mehrere Kartons versetzt zusammengestellt. Das ganze Konstrukt wurde noch mit ein wenig Klebeband stabilisiert, damit sich die Kartons nicht verschieben konnten. Obwohl der Crawler noch komplett „stock“, also in Standard-Baukastenausstattung gefahren wurde, merkte man schnell, dass der AX10 wahrlich eine Kletterziege ist. Mit ein wenig Übung gelang es einem selbst an den unmöglichsten Steigungen, den Kurs fehlerfrei zu bewältigen.

Dennoch war auch schnell klar, dass die in der Bauanleitung gezeigten Tuningtipps wirklich Sinn machen. Alleine die Verlegung des Akkus auf die Vorderachse brachte schon ein ganzes Stück mehr Schräglage, ohne dass der Truck umkippte.

Fazit

Wer in die Welt der Crawler einsteigen möchte, ist mit dem AX10 gut beraten. Ganz gleich, ob man nun zum klassischen Baukasten, dem Race Roller oder zum fertig aufgebauten RTR-Modell greift, der AX10 ist in jedem Fall sein Geld wert. Durch die unzähligen Setup- und Tuningmöglichkeiten hat man lange Freude mit dem Fahrzeug. Die Möglichkeiten mit dem AX10 sind schier unerschöpflich. Obwohl der AX10 nun schon eine Weile auf dem Markt ist und viele Hersteller bereits ähnliche Modelle vorgestellt haben, ist die Originalität und der Charakter des AX10 Scorpion bisher einfach unerreicht.

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