Testbericht Team Associated SC10 4×4 Factory Team


Die mit dem Zusatz „Team“ oder „Factory Team“ versehenen RC Cars haben eine lange Tradition bei dem Hersteller aus dem kalifornischen Lake Forest. Bereits in den frühen 90ern kamen die ersten ab Werk getunten Associated Team Cars auf den Markt, in die zahlreiche Ideen und Verbesserungen des hauseigenen Rennteams eingeflossen sind. Über 20 Jahre und unzählige Team Cars später, wurde jetzt auch der Short Course-Truck SC10 4×4 in einer Factory Team-Version vorgestellt.

Der Baukasteninhalt

Schon vor dem Öffnen des Baukasten fällt einem das neue, aggressivere und flachere Design der Karosserie auf. Besonders im Bereich der Front ist die Contender kantiger und flacher geworden. Passend dazu haben auch die Aufkleber ein neues Design verpasst bekommen.

Auch unter der Karosserie gibt es einiges Neues zu entdecken: Dem Baukasten liegen unter anderem eine Akkuhalterung für Saddlepacks, eine Kohlefaser-Verstärkungsstrebe, Titan-Gewindestangen, blau eloxierte Aluschrauben, Titannitrid-beschichtete Querlenkerachsen, neue Dämpfer und ein überarbeitetes Slippersystem bei.

Interessant ist dabei, dass sich Team Associated bei einzelnen Tuningteilen für die FT-Version ganz offensichtlich stark von kleinen US-Tuningschmieden hat inspirieren lassen. So waren die Chassis-Strebe und der Slipper von Fast Lap Products, die Saddlepack-Halterung von Exotek, die Garodisc von RCshox oder der Slipper von Gearrings bereits eine Weile vor dem Verkaufsstart des SC10 4×4 FT erhältlich. Diese Tuningteile wurden von Team Associated weiter verfeinert und sind nun in den FT-Baukästen zu finden.

Diese Tuningteile liegen der FT-Version bei:

  • VTS4 Slipper-System
  • Beschichtete Big Bore-Dämpfer
  • Titannitrid-beschichtete Dämpferstangen
  • Titannitrid-beschichtete Querlenkerachsen
  • Saddlepack-Akkuhalterung aus Kohlefaser
  • Chassis-Strebe aus Kohlefaser
  • Verbesserte Lenkung mit zusätzlicher Ackermann-Einstellung
  • Felgenmitnehmer aus Alu mit Klemmung
  • Stabis vorne und hinten
  • Blaue Titan-Gewindestangen
  • Leichtgewichts-Outdrives
  • Blaues Aluschraubenset (metrisch)
  • SC10 Contender-Karosserie

An Zubehör werden vier kleine Fläschchen mit Silikonöl für die Dämpfer und die Diffs, eine Tube Black Grease, ein Schlüssel für die Spurstangen sowie drei Inbus-Schlüssel mitgeliefert. Bei den zwei schwarzen Teilen ganz links im Bild handelt es sich um Montagewerkzeuge für die Dämpferkartuschen im „Batman-Gedenk-Design“.

Der Aufbau

Von einigen Details abgesehen, ist der Aufbau des Factory Team soweit identisch mit dem des Standard-SC10 4×4. Der Einfachheit halber gibt es eine Bauanleitung für alle Versionen, welche an den entsprechenden Bauabschnitten mit Anmerkungen versehen ist. Neben der englischsprachigen liegt auch eine kopierte und ins Deutsche übersetzte Anleitung bei.

Bereits in Abschnitt eins, dem Aufbau der Lenkungseinheit und dem Einbau des Servos, lassen sich gleich zwei neue Teile entdecken. Zum einen die neue Lenkungsplatte, welche nun über zwei Ackermann-Positionen verfügt und zum anderen die vordere Halterung für die Chassis-Verstärkungsstrebe. Durch die Kohlefaser-Strebe erhöht sich die Biegesteifigkeit des Chassis, was ein Überspringen des Antriebsriemen verhindern und das Fahrverhalten berechenbarer machen soll.

Die beiden Difföl-Fläschchen haben es bereits angekündigt: Im Factory Team müssen die Kegeldiffs selbst zusammengebaut werden. Dem Standard-SC10 4×4 liegen dagegen schon fertig montierte und mit Öl befüllte Differentiale bei. An neuen Teilen lassen sich in diesem Bauabschnitt die leichteren Outdrives ausmachen, welche über ovale Ausfräsungen auf der Außenseite verfügen. Das Gewicht, welches durch diese Ausfräsungen eingespart wird, dürfte allerdings nur im homöopathischen Bereich liegen.

In das hintere Differential kommt Öl mit einer Viskosität von 5.000 cSt, an der Vorderachse wesentlich dickeres 30.000 cSt-Öl. Diese Kombination funktioniert auf den meisten Strecken ganz ordentlich und hat sich bereits bewährt.

Tipp: In einigen US-Foren hört man von Problemen mit dem hinteren Diff, welches nach einer Weile überspringt oder klickende Geräusche von sich gibt. Ursache sind in den meisten Fällen die Querlenker, welche beim Einfedern gegen die Outdrives drücken und zu viel Spiel im Inneren des Diffs. Mit 4mm-Distanzstücken außen auf den hinteren Dämpfer-Kolbenstangen und korrekt geshimmten Kegelrädern sollte dieses Problem der Vergangenheit angehören.

Im Getriebe konnte man durch den cleveren Einsatz von Alu und hohlgebohrten Stahlachsen ein paar Gramm Gewicht einsparen, ohne dabei die Stabilität zu opfern oder den Verschleiß zu erhöhen. Die Getriebezahnräder müssen laut Anleitung im übrigen nicht gefettet werden. Die Erfahrung mit dem SC10 4×4 hat gezeigt, dass ein trockenes Getriebe auch nach einer Saison keinerlei Probleme macht.

Tipp: Um einen möglichst leichten Lauf der Getriebezahnräder sicherzustellen, sollten die Befestigungsschrauben für die Getriebegehäuse nur ganz leicht angezogen und mit Schraubensicherungsmittel vor dem Herausfallen gesichert werden.

Beim Bau der CVA-Antriebswellen („Constant Velocity Axles“) und der Aufhängungen kommt endlich auch etwas blau eloxiertes Alu zum Einsatz. Während die blauen CVA-Kappen einfach nur gut aussehen, sind die Alu-Radmitnehmer dagegen eine echte Verbesserung. Da die Mitnehmer mit einer kleinen Madenschraube auf der Achse gesichert werden, können diese beim Radwechsel nun nicht mehr abfallen oder in der Felge steckenbleiben.

Tipp: Die Madenschrauben der Radmitnehmer sollten mit mittelfestem Schraubensicherungsmittel eingeschraubt werden. So kann sich die Madenschraube nicht so schnell wieder lockern.

Richtig edel wird’s aber erst jetzt! Die Spur- und Sturzstangen bestehen aus federleichtem Titan, welches mit einer blauen Eloxalschicht versehen ist. Leider sind diese nicht ab Werk vormontiert und müssen erst zusammengebaut werden. Mit dem 4mm Spurstangen-Schlüssel von Thundertiger Europe (#0301112), einem Schraubendreher und etwas Öl auf den Gewinden lässt sich allerdings auch dieser Bauabschnitt schnell erledigen.

Tipp: Die kleine Nut auf den Spurstangen markiert die Seite mit dem Linksgewinde. Hier müssen die Kugelpfannen entgegen dem Uhrzeigersinn, also linksherum, aufgeschraubt werden.

Ein paar Schraubenumdrehungen später stehen beide Achsen mit den montierten Dämpferbrücken vor einem. Besonders leichte Aluschrauben an den Karosserie-Halterungen sparen etwas Gewicht im Vergleich zu Stahlschrauben ein. Der Einsatz von Alu-Schrauben beschränkt sich auf Bereiche, in denen die Schrauben keine tragende Funktion übernehmen müssen wie an den erwähnten Karosseriehalterungen oder den Front- und Heckrammern.

Dem SC10 4×4 Factory Team liegt ein komplettes Stabi-Set bei, welches aus jeweils vier Stabi-Drähten für jede Achse besteht. Durch farbige Schrumpfschläuche kann man die Dicke bzw. Härte der einzelnen Stabis auch im Rennstreß sofort erkennen. Stabis gehören zu den wichtigsten Tuningteilen für den SC10 4×4, da sie die Rollneigung des Chassis in Kurven und bei schnellen Lastwechseln verringern.

Weiter geht’s mit den FT-Dämpfern. Diese verfügen über Titannitrid-beschichtete Kolbenstangen (erkennbar an der goldenen Färbung), harteloxierte Gehäuse, Alu-Kugelköpfe, Shockboots und Federn in der Härte „gelb“.

Tipp: Team Associated bietet insgesamt vier verschiedene Federhärten für den SC10 4×4 an, welche einzeln oder in kompletten Sets für die Vorder- und Hinterachse erhältlich sind:

  • 3.5lb grün
  • 3.9lb weiß
  • 4.3lb blau (SC10 4×4 Baukasten)
  • 4.8lb gelb (SC10 4×4 Factory Team Baukasten)

Über Kolbenplatten mit verschieden großen Bohrungen (1,1mm/1,2mm/1,3mm) durch die das Öl fließen muss, kann die Dämpfungshärte beeinflusst werden. Da man die einzelnen Kolbenplatten nur schwer voneinander unterscheiden kann, ist die Größe der Bohrungen in das Kunststoff eingelassen.

Tipp: Um den etwas zu großen Ausfederweg des Trucks zu begrenzen, einfach vor dem Befüllen der Dämpfer jeweils einen 2mm-Distanzclip auf alle vier Kolbenstangen stecken.

Die Factory Team-Dämpfer in ihrer ganzen Pracht. Dank beschichteter Kolbenstangen und Gehäuse laufen die Dämpfer noch einen Hauch weicher als die ohnehin schon sehr guten, blau eloxierten Dämpfer des SC10 4×4.

Nicht selten gab’s mit der SC10 4×4-Ruschkupplung Probleme beim Einsatz drehmomentstarker Motoren. Das neue, „VTS4“ getaufte Slipper-System, soll durch den Einsatz von insgesamt drei Slipperscheiben mehr aushalten und sich zudem feiner einstellen lassen. Da der Slipper durch den Kunststoffkäfig für die beiden äußeren Platten höher baut, ist eine neue Getriebeabdeckung notwendig geworden. Auf dem oberen Bild kann man den Unterschied von der VTS4-Abdeckung zur normalen gut erkennen.

Die zwei äußeren Scheiben im Kunststoffkäfig sind für die stärker belastete Hinterachse zuständig, für die Vorderachse muss nach wie vor eine Slipperplatte ausreichen. Diese befindet sich hinter dem Hauptzahnrad, welches in gleich zwei Ausführungen beiliegt: in 48 Pitch mit 93 Zähnen für 540er-Motoren und in 32 Pitch mit 62 Zähnen für 550er-Motoren mit 5mm-Motorwellen. Ein Motorritzel liegt dem Baukasten nicht bei. Verwendet man 550er-Motoren, sind Ritzel von 11 bis 15 Zähnen nutzbar.

Speziell für LiPo-Saddlepacks geeignet ist die neue Akkuhalterung, welche sich in der Höhe stufenlos verstellen lässt. Der Hersteller verspricht durch die mittige Lage der Akkus eine bessere Fahrzeugbalance und schnellere Lastwechsel. Wer keine Saddlepacks mag, kann den FT aber auch problemlos mit Stickpacks fahren. Eine Akkuhalterung liegt dem Baukasten für beide Akkutypen (Saddle/Stick) bei.

Tipp: Lohnt sich der Factory Team?

Aktuell bietet Team Associated den SC10 4×4-Baukasten in der Factory Team und einer 60 Euro günstigeren* Standard-Version an. Welche Variante günstiger kommt, lässt sich anhand einer Vergleichsrechnung ermitteln. Da der FT ohne Reifen ausgeliefert wird, müssen diese für einen direkten Vergleich dazu addiert werden:

  • TEAM ASSOCIATED SC10 4×4 FT Short-Course Truck 1:10 389€
  • SC10 Reifen mit Einlage (2) (#0309809) 19,90€
  • SC10 Reifen mit Einlage (2) (#0309809) 19,90€

Summe: 428,80 €

Und nun der SC10 4×4 im Vergleich. Um diesen annähernd auf FT-Niveau zu bringen, werden zusätzlich zwei Stabi-Sets und das FT Upgrade-Kit benötigt:

  • TEAM ASSOCIATED SC10 4×4 Kit 4WD Short-Course Truck 1:10 Kit 329€
  • SC10 4×4 Stabi-Satz Vorne ‚Factory Team‘ (#03091123) 19,90€
  • SC10 4×4 Stabi-Satz Hinten ‚Factory Team‘ (#03091124) 19,90€
  • SC10 4×4 FT Upgrade 2012 Conversion Kit (#03091174) 79,90€

Summe: 448,70 €

Obwohl in dieser Aufrechnung einige Teile fehlen, kommt ein aufgerüsteter SC10 4×4 schon zirka 20 Euro teurer als ein Factory Team. Ergo: Wer noch keinen SC10 4×4 besitzt oder diesen sehr günstig bekommen kann, legt besser ein paar Scheine mehr auf den Tresen und greift gleich zum FT.

*Ausgegangen wird in diesem Vergleich jeweils von den unverbindlichen Preisempfehlungen des Importeurs.

Im letzen Bauabschnitt muss noch die Karosserie mit einer Schere bearbeitet und anschließend lackiert werden. Nach dem Lackieren und vor dem Aufkleben der Sticker nicht vergessen, die Schutzfolie von der Karosserie zu entfernen! Gut auf dem oberen Bild kann man die Nummernplatten und Winglets am Heck erkennen, die dem Truck ein gewisses Scale-Appeal verleihen.

Tipp: Karosserien, deren Fenster mit dem Tamiya-Spray (#PS-31) von innen leicht abgedunkelt sind, schauen einfach besser aus. Das Spray sollte für ein optimales Ergebnis in mehreren, extrem dünnen Schichten aufgetragen werden. Drei bis fünf Schichten reichen meist für ein optimales Ergbnis aus.

Fazit nach dem Aufbau

In Team Associated’s Area 51 hat man sich so richtig in’s Zeug gelegt, um dem SC10 4×4 einen Factory Team-würdigen Anstrich zu verpassen. An zahlreichen Stellen wurde der Truck verbessert, um auch zukünftig im hart umkämpften Short Course-Markt zu bestehen. Besonders hervorzuheben sind hier die überarbeitete Rutschkupplung, die hervorragenden Dämpfer und die serienmäßig enthaltenen Stabis, die das Fahrverhalten deutlich verbessern.

Leider hat man beim FT die Chance verpasst, die Wartungsfreundlichkeit zu verbessern. Mit ein paar kleinen Anpassungen am Chassis wäre beispielsweise der Ritzelwechsel oder ein Servo-Tausch schneller und einfacher zu bewältigen. Dennoch lässt sich sagen, dass mit dem SC10 4×4 Factory Team ein gelungenes Update präsentiert worden ist, welches den Truck wieder an die Spitze der 4WD SC-Klasse befördert.

Downloads zum SC10 4×4 Factory Team

Setups SC10 4×4 Factory Team

Interessante und hilfreiche Links zum SC10 4×4

Fotogalerie SC10 4×4 Factory Team

www.conrad.de